Wieneman war kein Krieger und kein Magier, doch sein Name ist in Mydor bis heute bekannt. Er war ein Wanderer des Wissens, ein Sammler von Spuren, Geschichten und vergessenen Wegen. Während andere nach Ruhm oder Macht strebten, folgte Wieneman einzig seiner unstillbaren Neugier.
Nach dem Studium verließ er seine Heimatstadt Varethor, ausgerüstet mit einem einfachen Reiseumhang, Karten aus Pergament und einem Tagebuch, das nie leer blieb. Er bereiste die endlosen Steppen von Elenar, kartierte den Westwald, durchquerte die Küsten von Dornhafen und wagte sich sogar bis an die brüchigen Ränder von dem Dorngebirge.
Wieneman hörte zu, wo andere weiterzogen. Er saß an Feuern mit Nomaden, sprach mit Kräuterfrauen an Seen, lauschte den Liedern alter Seeleute und notierte Legenden, die sonst verloren gegangen wären. Viele Orte Mydors tragen heute Namen, die erstmals in seinen Aufzeichnungen auftauchten.
Besonders bekannt wurde Wieneman durch seine Chroniken von Mydor – eine Sammlung aus Karten, Skizzen und Berichten über Länder, Völker und geheimnisvolle Artefakte. Manche sagen, ohne seine Schriften hätten spätere Helden niemals ihren Weg gefunden.
Am Ende verschwand Wieneman so still, wie er gelebt hatte. Sein letztes Tagebuch endet mit den Worten:
„Mydor ist größer, als wir glauben – und noch lange nicht fertig erzählt.“
Ob er in den unbekannten Landen jenseits der bekannten Karten lebt oder irgendwo in Mydor zur Ruhe kam, weiß niemand. Doch jeder Reisende, der einen alten Weg findet oder eine vergessene Geschichte hört, folgt vielleicht noch immer seinen Spuren.
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