Bevor die Berge standen und bevor die Strömungen der Lüfte ihren Weg kannten, gab es nur den Atem des Himmels.
Er war frei, wild und ohne Stimme.
Eines Tages jedoch begegneten sich drei große Winde:
der Nordwind, scharf wie Glas,
der Südwind, warm wie ein Versprechen,
und der Westwind, ruhelos wie ein junger Wolf.
Sie stritten darum, wer den Himmel führen solle.
Ihr Streit war so heftig, dass selbst die Sterne erzitterten.
Da erschuf der Ostwind, der älteste von ihnen,
ein Horn aus reinem Klang,
geboren aus dem ersten Echo der Welt.
Er sprach:
„Wer dieses Horn trägt, gibt den Winden Richtung,
doch nie Gefangenschaft.“
So entstand das Rufhorn der Winde —
ein Relikt, das nicht ruft,
sondern erinnert.
Es erinnert die Lüfte an ihren Ursprung:
Frei zu sein.
Schnell zu sein.
Und doch auf ein Herz zu hören, das sie ruft.
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