Bevor die Seen klar wurden und bevor das Meer seinen Atem fand, schlief in der Tiefe ein uraltes Wesen:
Sirimar, die Mutter aller Wasser.
Ihr Panzer bestand aus Schichten von Mondlicht,
Wellenliedern
und der Stille der Tiefsee.
Einer Nacht jedoch stieg etwas aus der Tiefe empor —
ein dunkler Sog,
geformt aus Gier und Vergessen.
Sirimar erhob sich, um die Gewässer zu schützen,
doch sie wusste:
Kein Wesen, nicht einmal sie,
kann für alle Zeiten wachen.
Also legte sie eine Schuppe ihres Panzers ab
und sang ihr Lied hindurch,
bis die Schuppe zu einem Schild wurde:
Dem Muschelschild Sirimar.
Er trägt die Ruhe des Wassers in sich:
Er wehrt Zorn ab,
glättet Wogen,
und bewahrt, was zu zerbrechen droht.
Man sagt:
Wer hinter diesem Schild steht,
hört das Lied der Tiefsee,
das nur Wahrhaftige verstehen können.
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